ABB schliesst historische Angebotslücke in Maschinen- und Fabrikautomation

ABB übernimmt B&R

Die Lösungskompetenz von B&R in den Bereichen SPS, IPC und Servoantriebe ergänzt ideal das Portfolio von ABB. Bild: B&R
Markus Back / Chefredaktor Smart Tech /

Mit der Expertise von B&R in den Bereichen SPS, IPC und Servoantriebe möchte ABB seine historische Angebotslücke im Bereich der Maschinen- und Fabrikautomation schliessen. Dies sagte ABB-CEO Ulrich Spiesshofer anlässlich einer Pressekonferenz in Wien, bei der die Übernahme des oberösterreichischen Automatisieres bekannt gegeben wurde. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Mit der Übernahme baut ABB seine Rolle in der Industrieautomation aus und wird direkt nach Siemens weltweit zweitgrösster Anbieter im Bereich industrielle Automation. ABB-CEO Ulrich Spiesshofer bezeichnete B&R während der Pressekonferenz als eine Perle, deren Expertise man nutzen wolle, um die Wachstumschancen der Vierten Industriellen Revolution zu nutzen. Zudem stärke ABB damit sein Digitalangebot substanziell: Die Kombination bringe das eigene Portfolio an Digitallösungen mit B&Rs Anwendungs- und Softwareplattformen, seiner grossen installierten Basis, dem erweiterten Kundenzugang und den massgeschneiderten Automationslösungen zusammen.

Die Transaktion bezeichnete Ulrich Spiesshofer als die wichtigste in der Geschichte von ABB, da sie die historische Lücke in ABBs Automationsangebot schliesse. Künftig sei man das einzige Unternehmen weltweit, das seinen Industrieautomationskunden das gesamte Spektrum an Technologie- und Softwarelösungen rund um Mess- und Steuerungssysteme, Antriebe, Robotik, Digitalisierung sowie Elektrifizierung anbieten könne. Kein anderer Anbieter, den man geprüft habe, hätte so gut wie B&R das eigene Portfolio ergänzt. „Mit dieser Übernahme setzen wir unsere Next-Level-Strategie weiterhin um. Mit unserem Digitalangebot und unserer installierten Basis mit mehr als 70 Millionen verbundenen Geräten, 70.000 Steuerungssystemen und jetzt mehr als 3 Millionen automatisierten Maschinen und 27.000 Fabrikinstallationen ermöglichen wir es unseren Kunden weltweit, die enormen Chancen der Vierten Industriellen Revolution zu ergreifen“, so Ulrich Spiesshofer.

Nicht minder grosse Erwartungen setzt B&R-Geschäftsführer Hans Wimmer in den Zusammenschluss, verspreche man sich von diesem doch, das Wachstum der vergangenen Jahre fortzusetzen. Den  Standort Eggelsberg möchte ABB zu seinem globalen Standort für Maschinen- und Fabrikautomation ausbauen.

Das 1979 von Bernecker und Rainer gegründete Unternehmen B&R mit Sitz im oberösterreichischen Eggelsberg nahe Salzburg ist im alleinigen Besitz der beiden Gründer. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeiter, darunter ungefähr 1000 Forschung & Entwicklungs- und Anwendungsingenieure. B&R ist in 70 Ländern aktiv und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 600 Millionen US-Dollar (2015/16) im 20 Milliarden US-Dollar grossen Marktsegment für Maschinen- und Fabrikautomation. Durch den Zusammenschluss mit ABB entsteht eines der weltweit umfassendsten Angebote in der Industrieautomation: Die Transaktion bringt die Produkte, Lösungen und Software für moderne Maschinen- und Fabrikautomation von B&R mit ABBs Angebot in der Robotik, Prozessautomation, Digitalisierung und Elektrifizierung zusammen.