Rückblick Jahrestagung Industrie 2025 – Quickstarter 2025 erleichtert KMU Einstieg in Industrie 4.0

Anleitung zum Experimentieren

Mit dem Quickstarter 2025 bringen KMU ihre Industrie-4.0-Projekte zum Fliegen. Bild: istock
Markus Back / Chefredaktor Smart Tech /

Fürs Thema «Industrie 4.0» sind mittlerweile die allermeisten KMU sensibilisiert. Mit der Umsetzung konkreter Projekte tun sich diese jedoch immer noch schwer. Abhilfe soll der Quickstarter 2025 der Initiative «Industrie 2025» schaffen, mit dem Anwender ressourcenschonend erste Industrie-4.0-Projekte identifizieren und umsetzen können.

In der Initiative «Industrie 2025» befassen sich insgesamt sechs Arbeitsgruppen mit verschiedenen Aspekten des Themas «Industrie 4.0». Die Arbeitsgruppe «Einstieg in Industrie 4.0» beispielsweise hat es sich zur Aufgabe gemacht, KMU bei der Umsetzung des Themas zu begleiten. Hierfür entwickelt sie unter anderem praxisorientierte Instrumente, mit denen KMU erste sinnvolle Industrie-4.0-Potentiale identifizieren und umsetzen können. Als erstes Werkzeug stellte die Arbeitsgruppe anlässlich der Jahrestagung «Industrie 2025» in Brugg-Windisch den Quickstarter 2025 vor.

Ressourcenschonender Einstieg

Bei der Entwicklung des Quickstarters 2025 stand die zentrale Frage, wie der Einstieg in Industrie 4.0 gelingt, im Vordergrund? Und die Antwort auf diese Frage ist gar nicht so einfach, wie Philip Hauri von Swissmem bei der Vorstellung des Quickstarters vorwegnahm: «Es gibt viele Technologien und es ist unglaublich, was alles möglich ist. Und genau diese Vielfalt verunsichert.» Da es in den Unternehmen bislang kaum oder keine digitalen Erfahrungswerte gebe, so der Co-Leiter der Arbeitsgruppe, stünden die Verantwortlichen unter Druck. Schliesslich kann eine Fehlentscheidung bei der Wahl der Technologie sehr kostspielig werden! Hinzu komme das Problem der personellen Ressourcen. In KMU würden diese vor allem dort eingesetzt, wo das Geld verdient werde. «Daher sind wir grundsätzlich der Meinung, dass der Einstieg ohne grosse Investitionen in Zeit und Geld möglich sein muss», formulierte Philip Hauri den Grundgedanken des Quickstarters 2025. Dass dieser übrigens nicht zu weit hergeholt oder sogar realitätsfremd ist, zeigt die Zusammensetzung der 15-köpfigen Arbeitsgruppe: Sie besteht aus Verantwortlichen und Entscheidern hiesiger KMU. Und deren Gedanken wurden, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, nochmals von einer zwölfköpfigen Kontrollgruppe gespiegelt.

Wissensaufbau oberste Priorität

Der Quickstarter 2025 ist aus Sicht von Philip Hauri ein einfaches Modell, welches einen effizienten Weg hin zu Industrie 4.0 aufzeigt und an dessen Anfang das Wichtigste steht: der theoretische Wissensaufbau. Und diesen braucht es nach Meinung der Arbeitsgruppe über alle Stufen eines KMU hinweg, also vom Verwaltungsrat bis hin zum Facharbeiter. «Da kommt man nicht darum herum», so der Ressortleiter Innovation bei Swissmem.

Der zweite Block des Quickstarters 2025 stellt Anleitungen und Werkzeuge bereit, mit denen der Anwender erste Digitalisierungsprojekte umsetzen und sich so eine Expertise aufbauen kann. «Man muss ein wenig experimentieren, um feststellen zu können, wie das konkret funktioniert», mahnte Philip Hauri bei der Vorstellung zur Geduld. Sind diese Erfahrungen aber gesammelt, steht dem Weg zu Industrie 4.0 nichts mehr im Wege. «Dann sind Sie in der Lage, eine ganzheitliche Strategie mit entsprechender Roadmap zu erarbeiten», stellte der Co-Leiter in Aussicht und riet abschliessend: «Sie müssen diese Roadmap dann aber auch umsetzen!»

 

Mit dem Quickstarter 2025 hat die Arbeitsgruppe «Einstieg in Industrie 4.0» der Initiative Industrie 2025 ein Instrument geschaffen, welches den Einstieg in die Industrie 4.0 für KMU massiv erleichtert. Im Wesentlichen ist er eine Schritt-für-Schritt Anleitung für die Identifikation und Umsetzung erster einfacher Digitalisierungsprojekte. Das Ziel ist es, durch konkrete digitale Anwendungsfälle schnell Wissen und Erfahrungen im Unternehmen aufzubauen und so eine nachhaltige Entwicklung in Richtung digitale Welt anzustossen. Die zukünftige Vision und Strategie des KMU soll mit jedem umgesetzten und betriebenen Anwendungsfall klarer werden. Anwender können sich selbständig oder mit Hilfe von Experten durch den Quickstarter arbeiten. Zu jedem Schritt gibt es Leitfäden und praxisorientierte Werkzeuge. Der Quickstarter 2025 spricht alle Hierarchiestufen eines Unternehmens an.