Lenze schlägt mit dem Servo-Inverter i950 ein neues Kapitel der Automatisierung auf

Bereit für das Internet der Dinge

Eine Besucherin der Automatisierungsfachmesse Sindex in Bern stürzt sich in eine virtuelle Fahrt durch die Eisbahn dank des Skeleton-Simulators von Lenze Bachofen. Bild: Inoveris / Markus Frutig
An der Fachmesse für industrielle Automatisierung Sindex in Bern präsentierte Lenze Bachofen ihre durchgängige, skalierbare und offene Automatisierungsplattform. Bild: Inoveris / Markus Frutig
Lenze Bachofen AG /

Durch die zunehmende Automatisierung und Flexibilisierung der Produktionsprozesse steigt die Zahl der Achsen, die gesteuert und synchronisiert werden müssen, was zu höherer Komplexität führen kann. Der Automatisierer Lenze hat nun eine durchgängige Plattform entwickelt, dessen Herzstück die Application-Software-Toolbox FAST ist.

Mit dem neuesten Baustein, dem Servo-Inverter i950, können Maschinenbauer auf eine durchgängige Automatisierungsplattform zurückgreifen. Zukünftig spielt es keine Rolle mehr, ob eine zentrale oder eine dezentrale Automatisierungstopologie oder ein intelligenter Mix aus beiden angestrebt wird. Lenzes zukunftssicheres Portfolio deckt Steuerungsebene, Feldebene und Elektromechanik ab und sorgt für eine standardisierte Datenkommunikation bis hin zur Connectivity in die Cloud. Es bietet einen einfachen, effizienten Zugang für Maschinenbauer, die hochflexible, intelligente, vernetzte und kundenindividuelle Maschinen sowie die passenden digitalen Angebote möglichst schnell auf den Markt bringen müssen.

Grösstmögliche Flexibilität

Die neue Durchgängigkeit und Skalierbarkeit des Lenze-Portfolios sichert die grösstmögliche Flexibilität bei der Umsetzung modularer Maschinenkonzepte und ermöglicht bedarfsgerechte, auf die jeweilige Anforderung zugeschnittene Automatisierungslösungen. Der Maschinenbauer kann, wie bei den Controllern des Lenze-Portfolios, auch beim i950 die standardisierten Technologiemodule der Application-Software-Toolbox FAST verwenden. Bei Bedarf lassen sich diese durch eigene in IEC 61131-3 programmierte Software ergänzen. Dazu stehen die nach PLCopen (Motion Control und Coordinated Motion) definierten Bausteine zur Verfügung. Maschinenmodule lassen sich so einheitlich entwickeln und mit wenig Aufwand und hoher Investitionssicherheit umfangreiche, wiederverwendbare Applikationssoftware aufbauen – egal ob für Module mit einer dezentralen Intelligenz je Achse oder für Module mit einer leistungsfähigen zentralen Steuerung für komplexe Multi-Achs-Bewegungen. Aus Sicht des Software-Engineerings wird es irrelevant sein, ob ein Servo-Inverter als einfacher Stellantrieb, als parametrierbare Achse oder aber als frei programmierbare Achse in die Maschinentopologie integriert wird.

Cloud Computing

Moderne Automatisierungslösungen dürfen sich nicht nur auf die Vernetzung des Shopfloors beschränken. Die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle im Rahmen der digitalen Transformation ist untrennbar mit Cloud Computing verbunden. Daten aus Maschinen und Anlagen werden dort gesammelt, analysiert und gegebenenfalls mit weiteren Informationen verknüpft. Connectivity in die Cloud wird in den nächsten Jahren, wie Feldbuskommunikation zu einem Standard-Feature. Lenze setzt deshalb in seinem Automatisierungsportfolio konsequent auf standardisierte Protokolle wie zum Beispiel OPC UA oder MQTT. Die Zukunftssicherheit der Komponenten ist so auch im Zeitalter des Cloud Computing gewährleistet. In Zusammenarbeit mit Anbietern von Cloud-Infrastrukturen ist die Basis geschaffen, aus Daten Information oder besser noch Wissen zu generieren und somit die Produktivität und die Zuverlässigkeit von Kundenmaschinen und -anlagen zu steigern.

Digitale Services

Die digitale Transformation verändert die grundlegenden Rahmenbedingungen für alle Produktionsunternehmen und bringt Konsequenzen für Maschinenbauer mit sich. Die Fähigkeit zur Spezifikation, Entwicklung, Implementierung, Lieferung und Instandhaltung umfassender Software-Systeme und insbesondere interoperabler, digitaler Produkte wird für Maschinenbauer in einem digital transformierten Markt von entscheidender Bedeutung sein. Die klassische Maschinensteuerungsanwendung, die von Maschinenbauern heute als «Software» bezeichnet wird, macht nur einen geringen Teil der Systeme der Zukunft aus.

Als Antwort auf die digitale Herausforderung bietet Lenze ein durchgängiges Service-Portfolio an, das aus der Hand eines Automatisierungsanbieters mit jahrzehntelanger Erfahrung im Software-Geschäft kommt. Es reicht von Konzepten und Methodiken bis zu Anwendungsmodulen und verbindet die Ebenen von Sensoren/Aktoren bis hin zu Cloud-Geschäftsmodellen.

Die Durchgängigkeit des Portfolios ermöglicht auch hier, passende Lösungen zu den jeweiligen Anforderungen und der Situation des Kunden zu finden. Die Unterstützung beginnt bei Ideen und Konzepten für digitale Produkte und Services und reicht über dedizierte Teams für agile Software-Entwicklung bis hin zu Betrieb und Support für Cloud-Lösungen. In Zusammenarbeit mit Plattform-Anbietern können Anwendungsmodule beispielsweise für Connectivity, Asset Management oder Analytics-Apps bereitgestellt werden. Als Philosophie stehen offene Standards und modulare Architekturen für hohe Investitionssicherheit im Fokus. So können OEMs und Produktionsbetriebe die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, ihren Kunden neue digitale Services anbieten und die Produktivität und Zuverlässigkeit ihrer Maschinen und Anlagen steigern.

 

Skeleton-Simulator

Wie Maschinen fit für die Smart Factory gemacht werden, zeigte Lenze Bachofen live anhand eines weltweit einzigartigen und vollautomatisierten Skeleton-Simulators an der Sindex in Bern. Dank der Verschmelzung von Maschinenbau und Virtuelle Realität konnte anlässlich der Fachmesse jeder am eigenen Leib erfahren, wie sich die Schweizer Skeleton-Fahrerin und Olympionikin Marina Gilardoni fühlen muss, wenn sie mit über 130 km/h durch die Eisbahn von St. Moritz-Celerina fährt. Die Athletin brachte den Fachbesuchern ihre Sportart näher, während die Mitarbeitenden von Lenze Bachofen veranschaulichten, wie sich Maschinen flexibel, vernetzt und sicher automatisieren lassen.