DMG Mori stärkt mit neuer Mehrheitsbeteiligung seine Position im Bereich Additive Manufacturing

Komplettes 3D-Potenzial aus einer Hand

Mit der Lasertec 30 SLM unterstreichen die Sauer GmbH und DMG Mori ihre Position als Full-Liner in der Additiven Fertigung bei Hybrid- und selektiven Laserschmelz-Maschinen. Bilder: DMG Mori
Die Lasertec 30 SLM verfügt über ein Pulverbett mit einem Bauvolumen von 300 × 300 × 300 mm.
Beim Laseraufbauverfahren mittels Metallpulverdüse können verschiedene Materialien kombiniert werden.
Die Kombination des Laserauftragsschweissens mit der spanenden Bearbeitung auf einer Maschine ermöglicht völlig neue Anwendungs- sowie Geometriemöglichkeiten.
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Mit einer konsequenten Weiterentwicklung im Bereich additiver Fertigung mittels Pulverdüse sowie im Pulverbett bündelt DMG Mori die wichtigsten generativen Fertigungsverfahren unter einem Dach. Möglich macht dies eine neue Mehrheitsbeteiligung im Bereich des Selective Laser Meltings.

DMG Mori baut seine Zukunftstechnologien weiter aus: Mit einer Mehrheitsbeteiligung von 50,1 Prozent an der Realizer GmbH aus Borchen stärkt der Konzern seine Position im Bereich des Additive Manufacturing. Durch die Sauer GmbH verfügt DMG Mori bereits über umfassendes Know-how im Bereich des Laserauftragsschweissens mit der Pulverdüse (Laser Metal Deposition). Das Maschinensortiment umfasst hier die Lasertec 65 3D und die Lasertec 4300 3D. Die Firma Realizer hat ihrerseits mehr als zwanzig Jahre Erfahrung im Selective Laser Melting (SLM). Mit der Einbindung von Realizer in das Programm von Sauer bietet DMG Mori jetzt die wichtigsten generativen Fertigungsverfahren für metallische Werkstoffe aus einer Hand. Das erste Resultat dieser Kooperation ist die Lasertec 30 SLM.

Lösungen für Laserauftragsschweissen

Die Lasertec 30 SLM verfügt über ein Pulverbett mit einem Bauvolumen von 300 × 300 × 300 mm. Hier wird das Pulver schichtweise auf die Arbeitsplattform aufgetragen und durch selektive Belichtung geschmolzen. Nach dem Schmelzvorgang senkt sich die Plattform um die jeweilige Schichtstärke, ehe der Vorgang mit einer neuen Pulverschicht wiederholt wird. Das Verfahren ermöglicht die Herstellung hochpräziser 3D-Bauteile je nach Oberflächengüte und Aufbaurate mit Schichtdicken von 20 bis 100 µm – und das ohne grossen Einfluss auf die Fertigungskosten. Auch komplexe Gitter- und Wabenstrukturen, die mit anderen Verfahren nicht realisierbar sind, lassen sich so in hoher Qualität fertigen. Da die SLM-Technologie den Einsatz unterschiedlichster Materialien erlaubt, reichen die Anwendungsgebiete von Automotive und Aerospace über Dental und Medical bis hin zum Werkzeug- und Formenbau. Dank einer geringen Porosität (0,1 bis 0,5 Prozent) überzeugen die Bauteile aus Aluminium, Edelstahllegierungen, Titan oder Inconel durch sehr gute mechanische Eigenschaften ähnlich denen des Grundwerkstoffs. DMG Mori hat darüber hinaus anwendungsspezifische Faserlaserquellen von 400 W bis 1 kW im Angebot.

Lösungen für Selective Laser Melting

Mit der Lasertec 65 3D hat DMG Mori das generative Laseraufbauverfahren in eine vollwertige 5-Achs-Fräsmaschine integriert. Die Lasertec 4300 3D kombiniert das Verfahren mit der Dreh-Fräs-Technologie in einem Arbeitsraum von ø 660 x 1500 mm Diese intelligenten Hybridlösungen vereinen die Flexibilität der additiven Fertigung mit der Präzision der spanenden Bearbeitung und ermöglichen somit die Herstellung kompletter Bauteile in Fertigteilqualität.

Bei dem Laseraufbauverfahren wird ein Auftragsprozess mittels Metallpulverdüse verwendet, der eine Komplettbearbeitung ohne Prozesskammer ermöglicht und bei Losgrösse 1 bis zu zehn Mal schneller ist als das Generieren im Pulverbett. Auf der Lasertec 65 3D und der Lasertec 4300 3D ist die Herstellung überhängender Konturen ganz ohne Stützstruktur möglich. Letztere ermöglicht als Dreh-Fräsmaschine sogar eine 6-Seiten-Komplettbearbeitung von 3D-Bauteilen. Die Kombination des Laserauftragsschweissens mit der spanenden Bearbeitung auf einer Maschine ermöglicht völlig neue Anwendungs- sowie Geometriemöglichkeiten. Insbesondere grosse Bauteile lassen sich mit diesen Hybridlösungen kostengünstig herstellen. Der flexible Wechsel zwischen Laser- und Fräsbearbeitung ermöglicht zudem die direkte Bearbeitung von Bauteilsegmenten, welche am Fertigteil später nicht mehr erreichbar sind.