Komplette Blechverbindungslösung aus einer Hand

Bleche effizient verbinden

Das Mehrpunkt-Werkzeugsystem ist in das Pressensystem integriert und wird an der C-Bügel-Konstruktion über Führungswagen geführt. Bild: Tox Pressotechnik
Mit dem Handscanner wird zu Beginn einer Chargenfertigung die Version des Bauteils identifiziert, worauf der Rundtisch programmgesteuert die Werkstückaufnahme in die benötigte Arbeitsposition bringt. Bild: Tox Pressotechnik
Tox Pressotechnik GmbH & Co. KG /

Pressensysteme, Werkzeugbau, Prozessüberwachung – mit diesem Paket an Systemlösungs-Kompetenz überzeugte Tox Pressotechnik den Kunden Ebm-Papst bei einer verbindungstechnischen Herausforderung.

Der mechanischen Füge-/Verbindungstechnik mittels Druckfügen/Clinchen kommt durch den in vielen Industriebereichen zu beobachtenden Trend zum Leichtbau mehr Bedeutung denn je zu. Zum einen wird Leichtbau - und damit sind keineswegs nur Fahrzeuge gemeint - mit der Kombination verschiedener Materialien wie z. B. unterschiedlicher Stahlbleche und/oder Alu-/Stahlbleche realisiert. Zum anderen auch mit dem Mix aus Alu-/Stahlblechen mit CFK-Bauteilen. Je nach Werkstoffpaarung können dabei thermische Fügeverfahren nicht mehr angewandt werden und somit kommen alternative Verbindungsverfahren wie mechanisches Druckfügen/Clinchen oder auch die Kombination aus Clinchen und Kleben beziehungsweise die bekannten Niet- und Schraub-Verbindungen zum Einsat

Individuelle Komplettlösung aus dem Tox-Baukasten

Als es bei Ebm-Papst, einem weltweit führenden Hersteller von Lüfter- und Gebläsesystemen für alle denkbaren Industrie- und Konsumgüter-Segmente, um die Entwicklung eines Gehäuses für Gas-Brennwertgebläse ging, stand die Wahl eines effizienten Verfahrens zum Verbinden der beiden Bauelemente Motorträger und Seitenteil des Gerätegehäuses zur Debatte. Die Entwicklungsingenieure von Ebm-Papst in Landshut holten sich Unterstützung von Tox Pressotechnik, um aus einer Hand eine komplette Produktionslösung zu erhalten. Ausgehend von einem Lastenheft und diversen Absprachen, offerierten die süddeutschen Maschinenbauer eine Komplettlösung, inklusive eines so genannten Mehrpunkt-Werkzeugsystems, mit dem in einem Pressenhub gleich mehrere Tox-Rund-Punkt-Verbindungen gesetzt werden können. Da das Produkt- und Leistungsprogramm von Tox Pressotechnik sowohl einen durchgängigen Baukasten an Pressensystemen, Antrieben, Steuerungen und Monitoring-/Prozessüberwachungs-Komponenten enthält, als auch Kompetenz für Stanz-, Umform- und Clinch-Bearbeitungen sowie umfassendes Prozess-Knowhow vorhanden ist, erteilten die Verantwortlichen von Ebm-Papst Landshut den Auftrag zur Realisierung der besagten Produktionseinrichtung. Bis auf das Mehrpunkt-Werkzeugsystem und die Rundtischeinheit mit Werkstück-Aufnahme konnten dabei standardisierte Baukasten-Komponenten verwendet werden. Basis bildet eine Tox-C-Gestell-Tischpresse vom Typ CMB in massiver, verwindungs- und aufbiegungsarmer Stahlkonstruktion, ausgelegt für Presskräfte bis 300 kN. Als Presskraftantrieb fungiert ein pneumohydraulisches Tox-Kraftpaket vom Typ X-K für max. 320 kN Presskraft bei 6 bar Luftdruck und mit einem Hub von 200 mm (Krafthub 12 mm). Das Pressensystem ist auf ein Tox-Universaluntergestell UMM 1-50 aufgebaut. Der Clou dabei ist, dass das gesamte Pressensystem mittels Hubeinheiten um 200 mm angehoben und somit ergonomisch auf die jeweilige Bedienperson eingestellt werden kann.

Produktivität und Qualität durch Mehrpunkt-Werkzeug

Die Presse ist mit einem Tox-Mehrpunkt-Werkzeug ausgerüstet und mit diesem werden in einem Pressenhub sechs Tox-Rund-Punkte gesetzt. Das Mehrpunkt-Werkzeugsystem ist in das Pressensystem integriert und wird an der C-Bügel-Konstruktion über Führungswagen geführt. Der Pressentisch ist mit einem frei programmierbaren Rundtisch und dieser wiederum mit einer Werkstückaufnahme bestückt. Zur Ausrüstung zählen zudem die Tox-Steuerung STE, die Tox-Prozessüberwachung CEP und die Schutzverkleidung mit bedienseitigem Lichtvorhang (1-Hand-Start) am Pressen-Untergestell sowie einer zusätzlichen Schutzverkleidung am C-Bügel. Mittels dem 6-fach-Mehrpunkt-Werkzeugsystem werden Motorträger (matrizenseitig) und Seitenteil (stempelseitig) zur Gehäuse-Baugruppe verbunden. Beide Teile bestehen aus dem verzinkten Werkstoff DC04 der Dicke 0,8 mm (Motorträger) beziehungsweise 0,75 mm (Seitenteil). Die Bedienung gestaltet sich einfach: die Bedienperson liest zum Start der Chargenfertigung zunächst per Handscanner den in den Auftragspapieren aufgedruckten Barcode ein. Der Rundtisch positioniert die Werkstückaufnahme in die entsprechende Arbeitsstellung für die per Handscanner identifizierte Teilevariante. Nach dem Auflegen der beiden Bauteile Motorträger und Seitenblech erfolgt der Pressenstart und in einem Hub werden die beiden Bauteile durch sechs Tox-Rund-Punkte miteinander verbunden. Mit der Tox-Prozessüberwachung wird jeder einzelne Fügeprozess kontrolliert und bei Bedarf dokumentiert. Dank hoher Verfahrens- und damit auch hoher Prozesssicherheit des perfekt aufeinander abgestimmten Produktionssystems aus einer Hand, und nicht zuletzt wegen lückenloser Qualitätssicherung, sind für den Kunden Ebm-Papst sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Lieferfähigkeit auf Dauer gewährleistet.