Das Dienstleistungsunternehmen Hetec setzt im Bereich der Fräsbearbeitung auf Grob-Maschinen

Simultanes Fräsen und Drehen

Beim «Tunnel»-Konzept verschwindet die Motorspindel samt Werkzeug komplett im Spindelschacht. Bild: Grob-Werke GmbH & Co. KG
Detailansicht eines Werkstückes. Bild: Grob-Werke GmbH & Co. KG
Das Paletten-Rundspeichersystem PSS-R bietet einen optimalen Einstieg in die automatisierte und hocheffiziente Fertigung. Bild: Grob-Werke GmbH & Co. KG
Friedhelm Herhaus, GF von Hetec, Hans-Hermann Rink, Grob-Vertretung Hessen und Tom Herhaus, Hetec-Maschinenbediener der Grob G550 (v.l.n.r.). Bild: Grob-Werke GmbH & Co. KG
Grob-Werke GmbH & Co. KG /

Ein einzigartiges Maschinenkonzept, die Möglichkeit ohne Umzuspannen Fräsen und Bohren zu können und die hohe Prozesssicherheit bei maximaler Genauigkeit in der Werkstückbearbeitung. Diese Vorteile haben Hetec zu einem treuen und überzeugten Grob-Kunden werden lassen.

Stuttgart, Messe AMB im September 2010. Hans Rink, Leiter der Vertretung Rink Werkzeugmaschinen der Firma Grob für die Region Hessen hat es geschafft, Hetec-Geschäftsführer Friedhelm Herhaus zu einem Besuch des Grob-Messestands zu überreden. Zum damaligen Zeitpunkt stand Friedhelm Herhaus der Firma Grob ob ihrer Unternehmensgrösse eher skeptisch gegenüber, da er nicht glauben konnte, dass er als regionaler Zulieferer für den Werkzeug-, Formen- und Maschinenbau von einem grossen weltweit tätigen Maschinenbauunternehmen ernst genommen werden würde. Doch sollte er bald eines Besseren belehrt werden. So stand er also im Jahr 2010 vor der Grob-Weltpremiere, dem ersten komplett hydraulikfreien, voll CNC-gesteuerten Bearbeitungszentrum. Zu dieser Zeit interessierten ihn die damaligen Diskussionen über das Für und Wider der hydraulikfreien Werkzeugmaschinen nicht. Ihn begeisterte vielmehr die horizontale Spindellage der G550 und dass man mit ihr gleichzeitig Fräsen und Bohren konnte, ohne das Werkstück umspannen oder es zu einer Tiefloch-Bohrmaschine bringen zu müssen. Ein wichtiger Aspekt im Werkzeug- und Formenbau, aber auch bei manchen Maschinenbauern, die auch tiefe Löcher bohren müssen. Fräsen und Bohren auf einer Maschine, das hatte der erfahrene Friedhelm Herhaus in dieser Form noch nicht gesehen. Damit war zumindest ein erstes Interesse bei ihm geweckt.

Gründliche Vorrecherche und intensive Technik-Analyse

Und trotzdem. Die Hemmschwelle, sich für ein Grob 5-Achs-Universal-Bearbeitungszentrum zu entscheiden, war hoch. Zunächst waren Grundsatzfragen zu klären, ob bei Hetec überhaupt die Einführung eines Achsensystemwechsels (mit gedrehter Y-Achse) gewünscht war oder nicht. Ein Achsensystem, das für Hetec damals völliges Neuland war. Noch auf der Rückfahrt von der Messe führte Friedhelm Herhaus erste Abklärungstelefonate mit Hans Rink hinsichtlich der Achsensymmetrie der Maschine und der Bearbeitungstechnik der Werkstücke mit langen Werkzeugen. Darüber hinaus war die Frage zu klären, inwieweit die Grob-Maschine zu den bereits bei Hetec existierenden Bearbeitungsmaschinen passt und ob sich eine solche Grob-Maschine mit ihrem spezifischen Achsenkonzept in die Hetec-Welt integrieren lassen würde.

Friedhelm Herhaus erkannte instinktiv das Potenzial der Grob-Maschine. Es folgten weitere Gespräche in Mindelheim und in Breidenbach, lange Telefonate und am Ende war die Idee geboren, ein «Phantasie-Bauteil» zu entwickeln, für dass das Grob-Maschinenkonzept ohne Um- und Mehrfach-Aufspannungen schnelle Ergebnisse erzielen sollte. Darüber hinaus bestand die Anforderung, auf der Grob-Maschine verschiedene Konturen zu bearbeiten. «Es war beeindruckend, wie die Grob-Techniker uns unterstützten. Schon in dieser ersten Phase der Zusammenarbeit, als wir noch nicht einmal eine Maschine gekauft hatten, konnten wir schnell feststellen, dass sich Grob sehr wohl und ganz intensiv um seine Neukunden kümmerte, um mit ihnen nach optimalen Anwender-Lösungen zu suchen», erinnert sich Friedhelm Herhaus gerne an diese Zeit.

Grob-Technologie überzeugt die Hetec-Mannschaft

Je länger und intensiver sich Friedhelm Herhaus und seine Techniker mit der Technologie der Grob-Bearbeitungszentren auseinandersetzten, desto mehr erkannten sie die Stärken der Maschinen. Zunächst der Vorteil, dass aufgrund des speziellen Achsenkonzepts die volle Werkzeuglänge auch bei maximaler Werkstückgrösse in jeder Achsstellung einsetzbar ist. Auch dass der Arbeitsraum, dank des «Tunnel»-Konzepts, vollständig ausgenutzt werden kann, da sich die Motorspindel samt Werkzeug komplett in den Spindelschacht zurückzieht und somit ein Drehen und Schwenken des Maschinentischs inklusive Werkstück und Spannmittel kollisionsfrei ermöglicht, ist ein entscheidender Pluspunkt.

Von der ersten G550 zur G550 mit Palettenrundspeichersystem

Die bei Grob in Mindelheim durchgeführten erfolgreichen Testbearbeitungen überzeugten schliesslich die Hetec-Geschäftsleitung, eine G550 zu kaufen. Die erste Grob G550 wurde zunächst wie geplant für die Bearbeitung von Modellbauteilen mit komplexen Konturen, hohen Oberflächenanforderungen und parallelem Einbringen von Kühlbohrungen in einer Aufspannung eingesetzt. In der weiteren Folge erkannte man bei Hetec schnell das tatsächliche Potenzial der Maschine für die Bearbeitung im Werkzeug- und Formenbau. Die hier typischerweise verwendeten hochfesten und durchgehärteten Stähle konnten mit der G550 erfolgreich bearbeitet werden. Besonders faszinierte die Hetec-Techniker die Möglichkeit, in der gleichen Aufspannung das komplette Einbringen der Kühl- und Auswerferbohrung bis zu Werkzeuglängen von 650 Millimetern.

Automatisierung sinnvoll einsetzen

Die weitere und besonders enge Zusammenarbeit zwischen Hetec und Grob, verbunden mit dem Wunsch im Formen- und Werkzeugbau mit typischerweise langen Laufzeiten eine Automatisierung sinnvoll einzusetzen, führte im Jahr 2014 zur Anschaffung einer G350 mit Nullpunkt-Spannsystem und einem Palettensystem, das ein Rüsten von Werkstücken bereits ausserhalb der Maschine ermöglichte. Der Austausch der gefertigten und neu gerüsteten Paletten erfolgte zunächst manuell. Klar war aber auch, dass ein hauptzeitparalleles Rüsten der Werkstücke zu einer höheren Flexibilität und verbesserter Spindellaufzeit führen würde. Auf der Grob-Hausmesse 2015 war es dann so weit. Die Hetec-Geschäftsführung konnte sich von den Vorzügen einer G550 mit Palettenrundspeichersystem (PSS-R) überzeugen, die sie zeitnah mit Leitrechner anschaffte.

Eine vertrauensvolle Partnerschaft entsteht

Bereits nach den ersten intensiven Kontakten und dem gegenseitigem Kennenlernen wichen seitens Hetec die Befürchtungen einer David-Goliath-Beziehung. Früh entwickelte sich eine beiderseitige Wertschätzung auf der Suche nach der besten Lösung. Die Grob-Philosophie «Geht nicht – gibt’s nicht» überzeugte letztendlich. So ist Grob auf nahezu jeden Kundenwunsch eingegangen und hat die eine oder andere Sonderlösung entwickelt. Mit der Anschaffung einer ersten G550 vor acht Jahren startete eine tiefe, vertrauensvolle Zusammenarbeit, die so bei Hetec seit dem Bestehen des Unternehmens in über zwanzig Jahren nicht erlebt werden konnte. So überrascht es nicht, dass Friedhelm Herhaus weitere Maschinen in Mindelheim bestellt hat.